Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Freitag, 3. August 2007

64. Nacht

Wenn ich mein Lese- und Bloggertempo beibehalte, werde ich ungefähr im Frühling 2015 damit fertig sein. Wer weiß, ob es dann so etwas wie Blogs dann noch gibt. Das ist dann wahrscheinlich so altmodisch, wie heute die alten Quix-Geräte. (seit 2000 außer Betrieb). Oder wie Handys, bei denen man noch eine Art Antenne rausziehen musste. Oder wie Web-Adressen, die nur aus Zahlen bestanden. Oder wie E-Mail-Adressen, die bei Snafu 25 DM kosteten. Oder wie Telegramme. (Die sind ja schon länger aus der Mode gekommen. Der Telegramm-Service wurde in Deutschland im Jahr 2003 eingestellt. Fragt sich, wer das damals noch benutzt hat. Wer war der letzte Telegramm-Abschicker?) Oder wie Disketten. Ich werde wohl mein Lektüre-Tempo erhöhen müssen.

Nuzhat ez-Zamân lobt weiterhin einige Weisen und Nachfolger Mohammeds:
Omar ibn el-Chattâb

  • lässt einen braven Mamluken frei, der daraufhin Allah um die noch größere Befreiung 64 bittet.

  • kleidete sich schlicht und aß derbe Kost, seinen Dienern gewährte er dagegen Gutes.

  • gab selbst auf dem Sterbebett nichts vom Gut der Gläubigen an seine Verwandten.

Weiterhin werden für ihre Weisheit und Rechtschaffenheit gelobt: El-Hasan el-Basri, Sufjân,Abdallah ibn Schaddâd (auch von den Sunniten als glaubwürdig eingestufter Gefährte Alis),Omar ibn Abd el-Aziz (8. Omaijadenkalif, Erfinder des Gelben Flecks für Juden).

Das Thema, dass das Gut der Gläubigen nicht direkt den Verwandten (d.h. wohl dem eigenen Stamm) zugute kommen soll, zieht sich leitmotivisch durch diese sonst langweiligen Anekdoten. Die Kalifen und politischen Führer müssen in einer schwierigen Lage gewesen sein: Einerseits die Forderungen der Familien auf Unterstützung (was der Koran ausdrücklich vorsieht), anderseits darf gegenüber den anderen Stämmen kein Verdacht von Vetternwirtschaft auftauchen, sonst zerbricht das noch labile Gebilde der dynastischen Kalifatsherrschaft, wie es ja durch die Schia auch geschah: Der Streit um die direkte Nachfolge Mohammeds war ja nur der Anlass, ungeschickte politische Schachzüge einzelner Führer, vor allem Alîs, verhinderten auch eine rasche Einigung. Die Moslems kauen heute noch daran.

 

 

64 Befreiung vom Höllenfeuer?

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