Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Dienstag, 14. August 2007

66. Nacht

Doch als die Sechsundsechzigste Nacht anbrach, fuhr sie also fort: Es ist mir berichtet worden, o glücklicher König, dass Nuzhat ez-Zamân zu ihrem Bruder Scharkân, ohne ihn zu erkennen, in Gegenwart der vier Kadis und des Kaufmanns sagte: "Hier endet der zweite Abschnitt des ersten Kapitels."

Das lässt befürchten, dass Nuzhat ez-Zamân uns noch viele weitere Kapitel und Abschnitte über die Tugend und die Versuchungen großer Kalifen und Weiser referieren wird, doch ein kurzes Vorblättern zeigt, dass wir schon in der 67. Nacht davon befreit werden.

Noch einmal betont sie, dass Omar ibn Abd el-Malik seiner eigenen Sippe nichts aus dem Staatsschatz zukommen ließ und sich von etwaigen Ausschweifungen seiner Statthalter distanziert.
Sie berichtet außerdem, dass Châlid ibn Safwân den Kalifen Hischâm ibn el-Malik durch eine kleine Anekdote von seiner Prunksucht befreite.

Ist Prunksucht eine Todsünde? Vielleicht wenn man sie als Teil der Eitelkeit versteht. Kennen die Moslems die Todsünde überhaupt?

Ein kleiner Test auf http://www.4degreez.com/misc/seven_deadly_sins.html ergibt bei mir:

  • Habgier: mittel

  • Völlerei: mittel

  • Zorn: sehr niedrig

  • Trägheit: niedrig

  • Neid: sehr niedrig

  • Wolllust: mittel

  • Stolz: mittel

Als empirischer Sozialforscher stellt man sich natürlich Frage nach der Validität solcher Tests. Warum spielt meine moralisch indifferente Haltung zum Thema enge Kleidung meiner Todsünde der Wollust zu?

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