Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Sonntag, 23. Dezember 2007

118. Nacht

Man hat beinahe das Gefühl, das geht jetzt die kommenden 882 Nächte so weiter:

Azîz isst doch in der Laube, schläft ein, erwacht am nächsten Morgen, bedeckt mit scharfem Dolchmesser und runden Eisenplättchen. Die daheim weinende Base erklärt, dass die Dame damit sagen will:

"Bei dem Herrn der Welten, wenn du noch einmal wiederkommst und einschläfst, so werde ich dich mit diesem Messer töten."

Auf Anraten der Base schläft Azîz nun aus und isst sich zuvor satt. Noch einmal schärft sie ihm ein, im Falle der Vereinigung mit der Dame, dieser den Vers zu sagen. Er geht in den Garten, wartet, und die Hähne krähen schon, als er wieder hungrig wird. Er isst, wird schläfrig, aber zum Glück erscheint in diesem Moment die Dame.

Sie zog mich an ihren Busen und küsste mich. Auch ich küsste sie, und sie sog an meiner Oberlippe, während ich an ihrer Unterlippe sog. Dan legte ich meine Hand um ihren Leib und streichelte sie. Und alsbald ruhten wir gemeinsam auf dem Boden; da band sie ihre Hose auf, die ihr bis zu den Knöcheln hinabglitt. Nun begannen wir zu tändeln und uns zu umschlingen, zu kosen und zu flüstern von zarten Dingen, zu beißen und Leib an Leib zu legen, und im Umlauf um das heilige Haus und seine Pfeiler uns zu bewegen, bis ihre Glieder erschlafften und sie dahinsank und der Welt entrückt ward.

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