Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Dienstag, 8. Juli 2008

188. Nacht

Der Wesir zum König:

"Mein König, ich bringe dir eine frohe Botschaft (...) Wisse, dein Sohn, Kamar ez-Zamân hat den Verstand verloren."

Offenbar ist Verstandesverlust eher beim Wesir die korrekte Diagnose, wieso nennt er das eine "frohe Botschaft"?

König Schehrimân, nicht unschlagfertig:

"Freue dich, o Wesir! Für die frohe Botschaft von dem Wahnsinn meines Sohnes teile ich dir die Freudennachricht mit, dass ich dir den Kopf abschlagen und dir meine Gunst entziehen werde, du elendster der Wesire, du schändlichster der Emire!"

Bemerkenswert hier das Wörtchen "und": Nicht nur verliert der Wesir seinen Kopf, sondern obendrein die Gunst des Königs!

"lasse ich dich an die Hochwand meines Palastes nageln und gebe dir Trübsal zu kosten."

Wo wird man je wieder einen solchen Satz hören?

Der König eilt nun selbst zu seinem Sohn und prüft dessen Verstand, indem er ihn die Wochentage und Monate abfragt. Dieser beantwortet alle Fragen korrekt.

Darüber freute sich der König sehr, und er spie dem Wesir ins Gesicht.

Doch auch der König hört nun von Kamar ez-Zamâns scheinbaren Wahnvorstellungen, neben einer Jungfrau geschlafen zu haben.

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