Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Donnerstag, 10. Juli 2008

193. Nacht - Randy Dixon - Im Moment

Elftes Buch von rechts

Randy Dixon: "Im Moment. Theaterkunst Improtheater Reflexionen und Perspektiven"

Erworben: ca. 2002
Status: In einem Ruck durchgelesen. Dann immer wieder abschnittsweise.
Erster Satz: "Zwei Improspieler betreten an einem Samstagabend die Bühne."
Kommentar: Dieses Buch beschäftigt sich vor allem mit Storytelling in Langformen: Wie erschaffen wir klare Geschichten und bleiben dabei leicht und im Moment, ohne vorauszudenken. Völlig unklar, warum dieses Buch, dessen Autor einer der führenden Impro-Theoretiker ist, nicht in den USA publiziert wurde. Im Literaturteil empfiehlt Dixon Stephen Nachmanovitch: "Free Play. Improvisation in Life and Art". Im Frühjahr 2003 fand ich dann dieses Buch in einem Chicagoer Buchladen. Es sollte mein Leben verändern. Und schließlich übersetzte ich es. Es erschien bei O.W. Barth unter dem Titel Das Tao der Kreativität.

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Prinzessin Budûr rastet, als die Alte darauf besteht, es habe keinen Jüngling gegeben, regelrecht aus:

Sie zückte ein Schwert, das sie bei sich hatte, traf die Aufseherin damit und schlug sie tot.

Lehre für die Väter jugendlicher Töchter, die ihre Emotionen nicht im Griff haben: Schwerter unter Verschluss halten.

Der Eunuch aber und die Sklavinnen und Nebenfrauen schrien über sie, eilten zu ihrem Vater und taten ihm kund, was mit ihr geschehen war.

Man legt ihr eine Kette um den Hals und schließt sie am Fenster des Palastes an. Der König ruft Ärzte, Sterndeuter und Talismanschreiber um Hilfe.

Unklarer Beruf: Talismanschreiber

Keiner kann helfen, und er bestraft sie entsprechend:

Und so geschah es denn, dass er alle, die zu ihr gingen und sie nicht heilten, enthauptete und ihre Köpfe vor dem Tore des Palastes aufpflanzen ließ, bis er um ihretwillen vierzig Ärzte hatte köpfen und vierzig Sterndeuter hatte kreuzigen lassen; da hielten sich alle von ihr fern.

Prinzessin Budûrs Milchbruder Marzuwân kehrt von einer Reise zurück und will sie wiedersehen. Seine Mutter lässt ihn sich als Mädchen verkleiden und beredet den Eunuchen, der sie gewähren lässt.

Angeblich gilt aber das Einandersehen-Verbot nicht für Milchgeschwister, weshalb ja auch kürzlich eine Fatwa erlassen wurde, die das Stillen von Erwachsenen für islamisch erlaubt erklärt, damit nichtverwandte Männer und Frauen in denselben Büros aufhalten können. Unverständlich also der Aufwand, der hier getrieben wird.

Marzuwân erkennt, dass seine Milchschwester liebeskrank ist.

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