Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Mittwoch, 20. August 2008

252. Nacht - My little history of Suchmaschinen

Beim Frühstück hört man ein Lied im Radio, Melodie und Stimme kommen einem bekannt vor. Aber wer mag das sein?

  • Kabellosen Laptop an.

  • W-LAN aktivieren.

  • Beliebige Liedzeile googeln.

  • Informationen über Eric Clapton bei Wikipedia erspähen. (Eric Clapton - auch so eine Halb-Bildungslücke, die ich wohl auch deshalb nie ganz schließen werde, weil ich scho einsehe, dass Clapton kein schlechter Musiker ist, er mich aber trotzdem langweilt.)

Aber wie lange hätte man vor 10-15 Jahren gebraucht, um sich diese Informationen zu beschaffen? Vor 15 Jahren hätte man wohl in die Bibliothek gemusst. Vor 10 Jahren hätte ich für die Liedzeile der Suchmaschine Webcrawler vertraut und dann versucht, Informationen über Clapton bei Yahoo! über die Kategoriensuche zu finden.

My little history of Suchmaschinen:

  • 1996-1997: Webcrawler und Yahoo!

  • 1998-1999: Lycos und Altavista

  • ab 1999: Google. In seltenen Fällen auch Altavista

***

Doch als die zweihundertundzweiundfünfzigste Nacht anbrach, sprach ihre Schwester Dinazâd zu ihr: "Schwester, erzähle uns deine Geschichte weiter, wenn du wach bist und noch nicht schläfst."

Lange nichts mehr von Dinazâd gehört. Warum muss sie gerade jetzt ihre Schwester ermahnen, fortzufahren? Bekanntlich ging Schehrimân zu Schehrezâd ein. Es könnte also sein, dass sie nun schon im 9. Monat schwanger und entsprechend erschöpft ist. Vielleicht hat sie sogar gerade ein Kind geboren, und Dinazâd bangt um ihr beider Leben. Wie auch immer - Schehrezâd fährt fort.

Alâ ed-Dîns Vater bereitet ein großes Gastmahl und deckt zwei Tische - einen für die Jünglinge, einen für die Männer:

"Wisse, der bartlose Jüngling scheut sich, mit den Männern zu essen."

Seltsame Tradition oder Scheu.

Die Jungen vergnügen sich. Die Alten reden

von Wissenschaft und von den Überlieferungen des Propheten. (...)
Unter ihnen war ein Kaufmann des Namens Mahmûd el-Balchi; der war nach außen hin ein Muslim, aber im Innern ein Magier.

Dies steht in bemerkenswertem Gegensatz zur vorigen Geschichte, in der ein bösartiger Magier nur das Glaubensbekenntnis zu sprechen braucht, und alle Missetaten werden ihm vergeben.

Dieser Magier verliebt sich in Alâ ed-Dîn und besticht die anderen Jünglinge mit kostbaren Gewändern, ihn zu überreden, den Magier auf einer Handelsreise zu begleiten.
Diese beginnen nun mit ihren Reiseerlebnissen zu prahlen, ziehen Alâ ed-Dîn auf und machen ihm den Mund wässrig, so dass dieser schließlich seinen Vater bittet, reisen zu dürfen.

 

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