Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Dienstag, 24. August 2010

301. Nacht

Wir sind, was wir essen? Wenn das so ist, weiß ich wohl kaum, wer ich bin. Gesinnungs-Öko? Imbissfresser? Halb-Vegetarier? Milchzucker-Vermeider? Biertrinker? Süßmaulfrosch? Mal testen.


Frühstück. Drei Vollkornbrötchen mit Sojola-Margarine, Schokokrem*, Honig*, Johannisbeer-Konfitüre*, Erdnussmus*, Ziegenkäse*, 0,4 Liter Kaffee*, 0,2 Liter Leitungswasser, 1 Tablette LactAid (wegen der Laktose in den Brötchen)
* = Bio-Produkt


1/2 Liter Leitungswasser


0,2 Liter Leitungswasser


Ein Vollkornbrötchen mit Sojola-Margarine und Ziegenkäse*. 1 Tablette LactAid.


Ein Kaugummi Wrigley's Doublemint


Wegen Zahnarztbesuch verspätetes Mittagessen: Zwei Scheiben Haselnuss-Sesam-Vollkornbrot mit Sojola-Margarine, zwei Scheiben Lachsschinken, Omelett aus 2 Eiern*, zwei Stück Galia-Melone*, 0,2 Liter Leitungswasser, 1 Tablette LactAid (wegen Laktose im Brot)


10 Haferkekse*, 0,1 Liter Leitungswasser


0,5 Liter Leitungswasser


Abendessen: Pizza Vegetaria vom griechischen Imbiss mit Paprika, Artischocken und Tomaten, dazu frisch gemahlener Pfeffer*, 2 Flaschen 0,5 Liter Radeberger Pilsener, 2 Tabletten LactAid wegen Laktose im Pizzakäse.
(Vergesse unglücklicherweise, die zweite Tablette zu essen.)


Vorm Schlafengehen: 0,4 Liter Leitungswasser

 

Wir hören also die Geschichte von Abu Mohammed dem Faulpelz;

"denn sie ist gar wundersam, und seltsam ist's, wie alles kam. Würde man sie mit Nadeln in die Augenwinkel schreiben, so würde sie allen, die sich lehren lassen, ein lehrreich Beispiel bleiben."

Tatsächlich war Abu Mohammed ein Faulpelz und sein Vater ein Schröpfer im Badehause.

d.h. er übte einen schlecht angesehenen Beruf aus.

"Meine Faulheit ging so weit, dass ich, wenn ich an heißen Tagen schlief und die Sonne über mich kam, ich zu faul war, um aufzustehen und von der Sonne in den Schatten zu gehen."

Der Vater stirbt und hinterlässt ihm nichts. Seine Mutter verdient sich bei Leuten und bringt ihm Essen und Trinken. Als sie erfährt, dass Scheich Abu el-Muzaffar nach China reist, gibt sie ihrem Sohn fünf Silberdirhems und fordert ihn auf, diese dem Scheich mitzugeben, damit dieser sie investiere und wenn der Sohn auch dafür zu faul sei, würde sie ihm nie wieder essen oder trinken besorgen. Abu Mohammed wird angst und bange.

"Richte mich auf!" (...) "Bring mir die Schuhe!" (...) "Zieh sie mir über die Füße!" (...) "Heb mich vom Boden auf!" (...) " Stütze mich, damit ich gehen kann!"

All das tut sie für ihn, und er stolpert zum Scheich und überreicht diesem die Dirhems.
Das Schiff fährt nach China, erledigt dort seine Einkäufe, segelt zurück. Aber nach drei Tagen auf dem Meer fällt dem Scheich ein, dass er den Auftrag für Abu Mohammed vergessen hat und will zurücksegeln. Aber seine Reisegenossen halten ihn auf mit dem Versprechen, ihm ein Vielfaches vom Gewinn der fünf Dirhems zu geben.
Sie legen auf ihrer Rückreise auf einer Insel an; dort entdeckt der Scheich einen Händler,

der eine große Zahl Affen bei sich hatte.

Einer dieser Affen wird von den anderen immer wieder gerupft, sobald der Händler nicht hinschaut.
Diesen Affen kauft der Scheich für Abu Mohammed den Faulpelz.
Auf der nächsten Insel

kamen Taucher an Bord, die nach Edelmetallen, Perlen, Juwelen und ähnlichen Dingen tauchten.

Da befreit sich der Affe und springt über Bord, doch gemeinsam mit den anderen Tauchern,

erschien auch der mit ihnen auf der Oberfläche. Er hatte die Hände voller kostbarer Juwelen, und die warf er vor Abu el-Muzaffar nieder. (...)
"Fürwahr in diesem Affen steckt ein großes Geheimnis."

Das Schiff legt auf einer weiteren Insel an,

deren Name die "Insel der Neger" ist; das sind schwarze Leute, die das Fleisch der Menschen fressen. 301

Einige der Kaufleute werden geschlachtet, die anderen harren in Angst, aber der Scheich wird vom Affen befreit.

 

301 Laut Kommentar soll es sich bei dieser Insel um Sansibar handeln. Auf den Extremrassismus dieser Passage geht der Kommentar nicht ein.

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