Dan Richter - Lektüreblog
Die Erzählungen aus 1001 Nächten und anderes

Donnerstag, 21. August 2014

Tom Hodkinson – Leitfaden für Faule Eltern


Nach der Lektüre hin und her gerissen. Neben klugem Wachrütteln und Hinweisen fürs Wesentliche steht irre anmutender Schrott. Das Schema ist ungefähr folgendes: Ein guter Ratschlag zu einem Perspektivwechsel wird so ins Extreme gedrückt, dass er fast seinen Sinn verliert. Es ist, als müsse man sich nicht die Rosinen aus einem Kuchen holen, sondern aus versalzener Blutwurst.



Eine Besprechung wäre fast zu zermürbend. Der Einfachheit halber stelle ich die Punkte, die das Buch lesenswert machen, an den Anfang und eine Zusammenfassung des Schrotts an den Ende.
- Der antikapitalistische Grund-Impuls ist recht erfrischend. Vor allem weil er zeigt, dass wir uns und unsere Kinder ihm zumindest teilweise entziehen können. Den furchtbaren Arbeitsethos, der mit dem Kapitalismus einhergeht (Nimm erniedrigende und zermürbende Arbeit auf dich, damit du idiotische Produkte kaufen kannst), müssen wir nicht mittragen. Wir können einerseits unseren Kindern durch gutes Beispiel zeigen, dass Arbeit und Spiel eins werden können, selbst bei solchen Tätigkeiten wie Putzen. Andererseits haben wir es zumindest teilweise in der Hand, wie weit wir uns furchtbaren Jobs aussetzen, um unsere Kinder Merchandise-Mist aus Plaste scheinglücklich zu machen. Heraus kommen Persönlichkeiten, die sich dadurch definieren, was sie mögen und was sie hassen. "Wir steuern auf eine Situation zu, in der jedes Familienmitglied mit einem anderen Essen vor sich am Tisch sitzt und jeder einen iPod im Ohr hat, der ihm seine Lieblingsmusik ins Ohr bläst. Geredet wird nicht mehr."
- Kinder arbeiten im Prinzip gern. Lass sie mitarbeiten.
- Kinder quengeln weniger, wenn man sie weniger verhätschelt. (Der verhätschelte Hund ist das einzige quengelnde Tier.) Jammere selber nicht (das schaut das Kind von dir sich ab). Das Nein muss ruhig, konsequent und klar sein. "Ein Nein zu Dingen ist ein Ja zur Menschlichkeit und ein Ja zum Leben.
- Man sollte die Kinder ernst nehmen und sich ihnen widmen, mit ihnen spielen. Vor allem aber sollte man sie "in Ruhe lassen", das heißt ihnen Gelegenheit geben, ihre eigenen Entdeckungen zu machen, statt sie mit Amüsement zuzudröhnen, in Freizeitparks zu kutschieren oder ihnen "Beschäftigung" vorzusetzen.
- Strebe nicht nach Perfektion. Die Vorsätze (auch die dieses Buches) kann man ruhig mal über den Haufen werfen, ohne zu verzweifeln. Entspannte Eltern sind gute Eltern.
- Die Natur ist in der Regel besser als jeder Spielplatz.
- Investiere nicht in teure Urlaubsreisen.
- Lass die Kinder zusammenkommen und miteinander, am besten ganze Familien.
- Schule wird überbewertet. Nach Möglichkeit eine Schule auswählen, die nicht das Ziel hat, den Geist der Schüler zu brechen
- Weniger Spielzeug, vor allem keine Plaste. Ich gebe zu, das ist ein schwieriger Punkt. Unser Kind dabei zuzusehen, wie gern es mit der überdimensionierten Plaste-Spielzeugküche spielt, lässt einen zweifeln. Zumindest solange bis ich sehe, dass er auch einen leeren Koffer als Herd anspielt mit pantomimischen Bechern und einem Stift als Suppenkelle. Und als Impro-Schauspieler fallen mir die Schuppen von den Augen.
- Verzichtet nicht auf Schlaf! Helft einander aus, auch unter Freunden. Mach eine Siesta. Wenn das Kind zu euch ins Bett gekrochen kommt, hab eine Matratze vorm Bett und schlaf dort weiter.
- Tanzt und musiziert. Überlasst das nicht den "Spezialisten".
- Lasst den Kindern ihre Wildheit und die Möglichkeit, aus Vorschriften auszubrechen.
- Fahrt so wenig wie möglich mit den Kindern Auto.
- Freude beim Essen und bei der Essenszubereitung ist wichtiger als Manieren, die das Kind dann doch von selbst lernt, wenn man sie vorlebt.
- Sag Ja zum Leben und hör auf zu jammern. Als besonders irre beschreibt Hodkinson das "Prammern" (eine Mischung aus Protzen und Jammern), wenn man sich also z.B. über einen unmöglichen Lehrer an einer teuren Privatschule jammert. "Jammern ist das Gegenstück zum kindlichen Quengeln." Und Hodkinson ruft auch noch Epikur ins Gedächtnis "Reichtum besteht nicht darin, viele Besitztümer zu haben, sondern wenige Bedürfnisse."
- Von Kindern lernen heißt leben lernen: Zurück finden zum Im-Moment-Leben, die Freiheit lieben, Ins Extreme gehen, z.B. Krachmachen.
- Es gibt auch schlechte Kinderbücher. Sei wählerisch in der Auswahl. Und erzähl Geschichten auch ohne Buch.
- Weg mit dem Fernseher.

Kommen wir zum unerträglichen Teil des Buchs.
1. Hodkinson will "faule Eltern". Abgesehen davon, dass er sich natürlich auch selber widerspricht (schließlich will er schon, dass man sich einem Kind auch widmet, dass man den Abwasch macht, mit Kindern rumtobt usw.), bleibt außer ein paar Bildern unklar, was dieses Faulenzen eigentlich soll. Die Abgrenzung zum Stechuhr-Kapitalismus-Leben ist schon klar, aber ohne einen gewissen Fleiß hätte er ja wohl auch nicht dieses Buch schreiben können.
2. Das Predigen vom ungehemmten Alkoholkonsum ist eigentlich unerträglich. Fast scheint es, als wolle Hodkinson über die Hintertür der Kapitalismus-Kritik seinen Alkoholismus rechtfertigen. Was am Saufen gut sein soll, lässt er unerwähnt. Angeblich finden Kinder "beschwipste Mütter" lustig. Ob diese Kinder in zwanzig Jahren auch noch so über ihre dauerbeschwipste Mutter denken, ist doch wohl fraglich.
3. Hodkinson schreibt aus einer privilegierten Perspektive. So meint er, man solle seine Kinder möglichst auf eine Privatschule geben. Und beugt dem Einwand, das koste zu viel Geld, vor, indem er sagt, die Eltern an der Schule seiner Kinder seien auch keine Superreichen, nur Schriftsteller, Architekten, Rechtsanwälte, Zahnärzte. Ganz normale Leute also? Diese Unfähigkeit, sich in jemanden hineinzuversetzen, der sich abrackern muss, um wenigstens die Miete und das Essen beschaffen zu können, zieht sich auf unangenehme Weise durchs gesamte Buch.
Diese drei Zutaten formen den widerlichen Teig, der sich durch das gesamte Buch zieht. Man muss ihn ertragen, um das Gute und Erfrischende genießen zu können.
4. Die Kapitalismuskritik treibt seltsame Blüten, zum Beispiel wenn Hodkinson Zukunft für ein kapitalistisches Konzept hält. Menschlich bist du nur komplett, wenn du dir über Vergangenheit, Gegenwart und eben auch Zukunft bewusst bist. Dass wir den Moment nicht vergessen dürfen, heißt aber nicht, alles andere beiseite zu lassen, sonst werden wir zu lebensuntüchtigen hedonistischen Monstern. Ich frage mich, ob Hodkinson sich die Zähne putzt. Wenn es nur um den Moment ginge, müsste ihm das ja egal sein.

Dienstag, 5. August 2014

Der reaktionäre Mohr und die lachs-lasagne-bratende Prenzlauer Kreuzberger Veganerin

Reinhard Mohr schlägt zurück. In der FAS vom 3. August 2014 holt er mit großer Keule aus. Unter der Überschrift "Heuchler. Der spießige Mainstream in unserem Land verachtet die Demokratie" baut sich Mohr einen linken Pappkameraden und schießt auf ihn los. Es geht ihm nicht um Wahrheit, es geht ihm eigentlich auch nicht darum, einen verbreiteten linken Lebensstil detailgetreu auf die Schippe zu nehmen oder zu kritisieren. Er arbeitet sich am Linkssein als solchem ab. Pirinccis ankumpelndes "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen" auf FAZ-Niveau.
Und wie geht das bei Mohr? Der Einstieg ist die scheinbar doppelmoralische Demonstrationskultur der Linken: Warum haben die demo- und protestwütigen Linken nicht zum Jahrestag des Massakers in Peking demonstriert? Tatsächlich kann man sich fragen, wo welcher Protest sinnvoll ist. Aber wenn ihn das Anliegen so am Herzen liegt, warum nimmt Mohr dann die Konservativen von seiner Nicht-Demo-Kritik aus? Tatsächlich kann die soziologische Systemtheorie dieses Phänomen erklären. Man protestiert gegen den, der einem zuhört. (Wir Soziologen nennen das Adressabilität.) Nehmen wir als Beispiel Demonstrationen in der DDR. Weder in Ost noch in West hat jemand die ritualisierten Ostberliner "Proteste" mit tausendfach vorgedruckten Transparenten gegen den Nato-Doppelbeschluss ernstgenommen. Gegen den Nato-Doppelbeschluss konnte man effektiv nur im Westen demonstrieren. Und umgekehrt genügte ein winziger Bruchteil von kirchlichen pazifistischen Protestierern, um die Stasi in den späten 80ern im Dreieck springen zu lassen. Und am 7. Oktober 1989 waren es nur 2.000 Menschen, die am Alexanderplatz demonstrierten und das System ins Wanken brachten. Und deshalb ist es auch so lange völlig sinnlos, eine Massen-Demonstration gegen die Terrorgruppe ISIS anzumelden, wie sie hierzulande nicht präsent sind. (Einzelaktionen von Amnesty International und ähnlich gerichtete Aktionen haben noch einmal einen anderen Dreh. Darauf einzugehen, spränge hier den Rahmen.)

Mohr hört hier aber nicht auf. Er baut sich einen Linken, der nur in seiner Phantasie existiert. Diese Figur ist eine "pansexuelle Veganerin, die gegen Gentechnik ist und für regionales Gemüse und gegen die globalen Finanzmärkte." Außerdem hängt sie Verschwörungstheorien an, trinkt Côtes du Rhone, und regt sich nur noch symbolisch auf gegen Chlorhühner oder Masernimpfung. Diese Figur ist aber auch gleichzeitig ein militanter Kreuzberger, der auch noch zum Pazifist wird, wenn es um die Frage der Kriegseinsätze geht. Man ist gegen Klimawandel, für Frauenquote, für Homo-Ehe, fordert ein Ampelfrauchen und protestiert inflationär gegen Rassismus. Dieser Ideal-Linke lebt außerdem in einer (gegen Gentrifizierung protestierend) in einer Vier-Raum-Wohnung in Prenzlauer Berg, isst abends selbstgemachte Lachs-Lasagne und trägt einen großen Selbstüberdruss in sich.

Der Witz: Jeder kennt irgendeine Anti-Masern-Impfung-Irre. Zu Recht kann man über die Chlor-Hühnchen-Panik (die aber eigentlich wegen besserer Informationen schon abebbt) den Kopf schütteln. Und die neuen Montags-Demos sind tatsächlich ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker. Der Witz ist nur: Mohr trifft am Ende niemanden und alle gleichzeitig. Indem er nämlich linke Themen vermischt mit esoterischem Zeitgeist und vom Anti-Rassismus nur noch eine Fratze bleibt, zwischendurch das Thema Klimawandel so einschiebt, dass man sich fragen muss, ob er ihn wirklich in Frage stellt, erreicht er genau diesen reaktionären Effekt des "Genauso-isses"-Lesers.

Da sitzt also ein Rotwein-Trinker in seiner Prenzlauer Berger Vierraum-Wohnung und backt Lachs-Lasagne. Eine Vierraum-Wohnung in Prenzlauer Berg können sich, wie nicht nur Mohr weiß, nur noch wenige leisten. Denjenigen, die es sich aber leisten können, sei es weil sie viel Geld haben oder das selten Glück, mit einem alten Mietvertrag in einer lange nicht mehr sanierten Wohnung zu leben, diese Leute dürfen also nicht über das Thema Gentrifizierung nachdenken? Wenn es nach Mohr geht, darf man sich nicht einerseits in Kreuzberg wohlfühlen und trotzdem Bauchschmerzen mit einer 95%igen Migranten-Quote an Schulen haben. Was tun? Augen zu und durch? Oder raus aus Kreuzberg oder der Vier-Raum-Wohnung? Ach ja, Mohr weiß, wie er die Ressentiments schürt. Die Veganerin kriegt einen Hieb ab. Wofür eigentlich? Und der Lachs-Lasagne-Bäcker genauso.

Völlig knacke wird Mohr, wenn er Linken Anti-Rassisten unterstellt, Anwohner-Initiativen zu gründen, wenn die Asylbewerberheime im eigenen "Kuschelkiez" gebaut werden. Diese Anwohner-Initiativen gingen bisher fast sämtlich aufs Konto von NPD-Mitgliedern.

Mohr fragt sich in einem Buch, ob er reaktionär ist. Ich habe das Buch nicht gelesen. Sein Artikel zeigt: Er ist's. Sein Stil hat Methode. Wenn es ihm nämlich wirklich um Masern-Impfungen ginge, hätte er doch darüber einen Artikel schreiben können. Oder über die seltsame Putin-Verteidiger-Allianz. So aber konstruiert er ein Milieu (das er seltsamerweise als Juste-Milieu beschreibt), in dem jede politische Äußerung ridikülisiert wird, indem man es mit einem ins Extrem getriebenen Lebensstil gepaart wird.

Dabei wäre die Frage des Untertitels tatsächlich interessant: Inwieweit gibt es Demokratie-Verachtung in der Linken? Da hätte ich übrigens gern einen Vergleich mit der politischen Rechten. Aber um Wahrheit geht es Mohr, wie gesagt, nicht. Er sät Hass.

Montag, 4. August 2014

Ha-Joon Chang: 23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen

Ha-Joon Chang: 23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen



Ha-Joon Chang holt zum Rundumschlag gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik aus. Dreiundzwanzig Glaubenssätze, mit denen wir praktisch täglich direkt oder indirekt in den Massenmedien konfrontiert werden, werden unter die Lupe genommen.
Chang mutet den Lesern keine große Theorie-Lektüre zu (auch wenn sehr deutlich wird, dass er seine Hausaufgaben von Marx bis Friedman gemacht hat). Sehr angenehm, dass ihm trotz der Vehemenz seiner Argumentation eigentlich jeder ideologische Ansatz fremd scheint. So vergleicht er die Wirtschaftspolitik verschiedener Länder zu verschiedenen Zeiten: Welche Ansätze führten zu welchen wirtschaftlichen Ergebnissen? Die Resultate des Vergleichs sind oft beeindruckend. So ist Protektionismus für Länder in bestimmten Phasen – vor allem in der Phase der Industrialisierung – von großem Nutzen. Die Forderung des Westens, Entwicklungsländer müssten ihre Handelshemmnisse beseitigen, nutzt eben nur dem Westen, da er so neue Absatzmärkte für eigene Produkte schafft. Die herrschende Wirtschaftsdoktrin nutzt also eher den reichen Ländern und den Reichen in den reichen Ländern. Aber auch das nur begrenzt. Chang zeigt, wie die der radikale Marktliberalismus das Wirtschaftswachstum sogar verhindert. Die radikale Liberalisierung der Finanzmärkte hat z.B. dazu geführt, dass die Realwirtschaft, vor allem also der Industrie-Sektor verödet, dass notwendige Reformen ausbleiben (z.B. General Motors). Regierungen, wenn sie möglichst wenige Wirtschaftswissenschaftler zu Rate ziehen, können durchaus wirtschaftspolitisch sinnvolle Entscheidungen treffen, selbst wenn sie sich in die Entscheidungen der Unternehmen einmischen. Warum, so fragt Chang, sollen Finanzmärkte und ihre Produkte weniger reguliert sein als etwa die Produktion von und der Handel mit Medikamenten.
Sehr verblüffend auch die Kapitel, die weniger wirtschaftspolitisch ausgerichtet sind, sondern vielmehr unsere Sicht auf Bereiche der Wirtschaft hinterfragen. So behauptet Chang, die Erfindung der Waschmaschine habe die Wirtschaft mehr reformiert als das Internet. Dass wir das anders wahrnehmen, liege daran, dass wir die Geschichte wie durch ein umgekehrtes Fernrohr wahrnehmen. Die heutigen technologischen Erfindungen wirken erstaunlich, die Erfindungen von gestern sind heute Alltag. Und so vergessen wir, dass es die Waschmaschine war, die es den Frauen erst ermöglicht hat, sich von der Haushalts-Arbeit zu emanzipieren und in die Berufswelt einzusteigen. Der ganze Sektor der Haushaltshilfen und Dienstboten ist seitdem in den Industriestaaten weitgehend dezimiert. Wirtschaftswissenschaftler als Regierungsberater, so eine weitere durch viele Belege gestützte These, mögen kurzfristig makroökonomische Erfolge erzielen (z.B. Senkung der Schulden oder der Inflation), auf lange Sicht aber sind die Wirtschaftswissenschaftler oft blind von den eigenen ideologischen Scheuklappen, die sie sich angelegt haben. (Wie weit, so muss man sich fragen, bezieht sich denn die moderne Wirtschaftswissenschaft dann überhaupt noch auf irgendeine Art von gesellschaftliche Realität?)
Kurios scheint mir Changs These, Bildung würde in ihrer Wirkung auf die Wirtschaft überschätzt. Fast widerstrebt es einem, seine Belege anzuerkennen, aber man muss sie wohl zumindest zur Kenntnis nehmen. Norwegen, das zum Zeitpunkt des Verfassens des Buchs reichste Land der Welt gemessen am BIP, liegt beim OECD-Vergleich in Mathematik weit abgeschlagen. Die Schweiz – ebenfalls eines der reichsten Länder der Welt – hat eine der niedrigsten Immatrikulationsraten der Welt. Wenn Hochschul-Abschlüsse einem hinterhergeworfen werden, gelten sie einerseits auch nicht mehr viel, und andererseits ist man als Einzelner gerade dann quasi dazu gezwungen, eine Hochschule zu besuchen, wenn man überhaupt noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben will. Und das obwohl die wenigsten Studienfächer – nicht einmal die naturwissenschaftlichen – irgendetwas mit der beruflichen Wirklichkeit zu tun haben.
Changs Buch liest sich flott. Den Titel, der auf Deutsch noch bescheuerter ist als auf Englisch, sollte man lieber ignorieren. Teilweise für meinen Geschmack einen Tick zu weitschweifig und anekdotisch (man verpasst nicht viel, wenn man mal eine Seite quer liest).
Man kann es jedem, der von der Alternativlos-Rhetorik genervt ist, als unterhaltsame argumentative Aufmunitionierung empfehlen.